Berlin, 22.03.2017

Liebe Künstler des Berliner Rockhauses,

es hat in den vergangenen Monaten viel Aufregung und Sorge um die Zukunft des Berliner Rockhauses gegeben. Wir mussten eine Weile nachdenken und möchten uns an dieser Stelle bei allen Künstlern entschuldigen, dass wir nicht alle früher informieren konnten.

In diesem Infobrief möchten wir erklären, was geschehen ist und warum. Im Kern geht es darum, dass der Betreiber, Herr Kümmele, falsche Anschuldigungen gegen uns erhoben hat.

Das Wichtigste zuerst: kein Musiker soll das Rockhaus verlassen.

Das war zu keinem Zeitpunkt unser Ziel. Im Gegenteil, die Nutzung durch Musiker war uns vor dem Kauf nicht nur bewusst, sondern wir schätzen die Bedeutung des Rockhauses für die Musik und auch für die Stadt.

Übrigens ist diese sinnvolle Nutzung auch aus der pragmatischen Sicht eines Eigentümer mehr als wünschenswert. Aber dafür muss die Zusammenarbeit mit dem Betreiber vertrauensvoll und verlässlich sein.

Unser Vertrauen in den Betreiber haben wir leider verloren. In Zukunft wollen wir nicht weiter mit ihm zusammen arbeiten. Warum?

Als Besitzer des Gebäudes tragen wir Verantwortung für die Sicherheit der Nutzer. Umso mehr, wenn es um ein Gebäude geht, in dem Musiker in vielen Räumen mit vielen elektronischen Geräten bei lauter Musik arbeiten. Tag und Nacht.

Warum der Brandschutz ein lebenswichtiges Thema ist, muss kaum erklärt werden.

Anders, als es der Betreiber nun der Öffentlichkeit hat glauben machen wollen, wurden von ihm wichtige Maßnahmen für den Brandschutz nicht umgesetzt, auch nicht nach wiederholten Aufforderungen.

Erst durch die Klage wurden Maßnahmen durchgeführt.

In der Vergangenheit hatten wir uns um einen direkten Kontakt zum Betreiber bemüht.

Eine pragmatische Lösung war unser Ziel. Das, was in den vergangenen Monaten von verschiedener Seite als „Gespräch am Runden Tisch“ vorgeschlagen wurde, wäre seinerzeit problemlos möglich gewesen.

Leider kam es anders. Als das Gericht entschied, dass wir in der Sache Recht haben, wandte sich der Betreiber nicht an uns sondern stattdessen an die Medien.

Nicht wir haben die Musiker im Rockhaus in Aufregung versetzt, sondern der Betreiber.

Erinnern wir uns an dieser Stelle daran, worum es uns in dieser Sache von Anfang an ging:

Wir mussten leider den Eindruck gewinnen, dass der Betreiber die durch die Musiker erzielten Mieteinnahmen offenbar nicht dazu verwenden wollte, ein sicheres Arbeitsumfeld für die Bands im Rockhaus zu schaffen.

Dass wir Recht haben, hat das Gericht der I. Instanz bereits entschieden. Aus den hier dargelegten Gründen ist unsere Bereitschaft zu Gesprächen mit dem Betreiber nicht mehr vorhanden.

Alle Musiker, die einen Vertrag mit dem Rockhaus haben, sollen jedoch auch bleiben können, wenn das gerichtliche Verfahren abgeschlossen ist. Gerne können alle Künstler bereits jetzt Kontakt mit uns aufnehmen (Email: info@ctxl.de ).

Auch nehmen wir gerne Anregungen entgegen, um das Rockhaus in Zukunft zu verbessern.

Wir wollen in Zukunft mit einem Betreiber zusammenarbeiten, dem wir vertrauen – und der das Wohl und die Sicherheit der Künstler im Blick hat.

Mit freundlichem Gruß

Shai Scharfstein

Geschäftsführer

Schreiben an die Mieter des Berliner Rockhauses